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Podcast «Das letzte Stündchen»
Wir reden über das Sterben.

von und mit Elena Ibello


Gespräche über das Sterben und den Tod. Und damit: übers Leben. Elena Ibello redet mit Menschen aus allen möglichen Lebensbereichen, die dazu etwas zu sagen haben. Denn, ja: Wir sollten übers Sterben reden. Weil wir schliesslich bis ganz zum Schluss leben wollen – und das so gut und so selbstbestimmt wie möglich.

Elena ist Mitherausgeberin verschiedener Bücher zum Thema. Unter anderem: "Zu Ende denken. Worte zum Unausweichlichen" (Wörterseh Verlag) oder "Reden über Sterben" (Sachbuchverlag rüffer & rub). Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit Lebensende, Sterben und Tod, meist mit Fokus Reden und Schreiben darüber. Und nie, ohne das Lachen dabei ganz zu vergessen. Sie führt die Gespräche (auf Schweizerdeutsch) mit ihren Gästen in der Hoffnung, damit andere zum Reden übers Sterben anzuregen. Und aus lauter Neugierde. 


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Folge 14 mit Daniel Wagner

Als seine Mutter an Krebs erkrankte und Daniel Wagner realisierte, dass sie wohl nur noch wenige Monate leben würde, rief er alle seine Kunden an und sagte ihnen: «Liebe Kunden, ich arbeite die nächsten vier Monate nicht, ich begleite jetzt meine Mutter. Wenn ihr etwas braucht, sucht euch jemand anderes, ich klinke mich aus.» Die Reaktionen fielen ausschliesslich positiv aus. Alle sagten: «Mach das!» Selber sagt er rückblickend: «Ich bin extrem dankbar dafür, dass ich meine Mutter in ihren letzten vier Monaten so eng begleiten konnte. Dass sie das überhaupt zuliess.» Und: «Gut sterben hat auch mit Lebensqualität zu tun.»

Gemeinsam mit seiner Mutter hatte er zuvor seinen Vater während zwölf Jahren begleitet, bis dieser an seiner Alzheimererkrankung starb. Eine schwierige Zeit. Aber auch eine, die für die Familie neue Chancen barg. «In der Demenz meines Vaters musste ich einfach verzeihen und die alten Geschichten ruhen lassen. In dieser Phase wurde plötzlich eine Nähe zwischen uns möglich, die wir davor nie hatten», erzählt Daniel. Das Thema Demenz liess Daniel nicht so schnell wieder los. Er engagierte sich mit grossem Einsatz für die Vernetzung und Information von Betroffenen und machte sich rasch einen Namen als «Demenzaktivist» in der deutschen Schweiz.

Dass das Leben mit einem Schlag vorbei sein kann, erfuhr Daniel schon ganz früh in seinem Leben. Daniel war keine vier Jahre alt, als sein kleiner Bruder starb. Noch heute, mit 51 Jahren, präge dieses Ereignis sein Leben, sagt er. Auch seiner eigenen Endlichkeit ist er sich bewusst und er erntet hin und wieder böse Kommentare von Freunden, wenn er davon zu sprechen beginnt. «Aber ich sage immer allen, die es hören mögen: Redet miteinander darüber. Sprecht über Praktisches und auch über Gefühle, wenn das Lebensende naht. Mein Vater hat kein einziges Mal mit uns darüber geredet. Das werfe ich ihm noch heute vor.»

Daniel Wagner hat «Demenz Zürich» gegründet und die wunderbaren «Demenz Meets» initiiert, die inzwischen im gesamten deutschen Sprachraum stattfinden. Alle Informationen dazu findet ihr hier: www.demenzmeet.ch In verschiedenen von Daniel gegründeten Facebook-Gruppen tauschen sich Betroffene über die Herausforderungen mit Demenz und als Angehörige von Menschen mit Demenz aus:

Demenz Schweiz: Demenz & Alzheimer
Demenz Schweiz: Frontotemporale Demenz
Demenz Schweiz: Lewy Body Demenz

Das Video von der wunderbaren Vera F. Birkenbihl, von dem Daniel im Podcast spricht, findet ihr hier (Youtube).

Buchtipp zur Folge: Martha, du nervst! von Brigitta Schröder (mit einem Beitrag von Daniel Wagner)

Workshop Schreiben über Sterben: Am 20. und 21. Mai 2022 führe ich in Zürich den Workshop «Schreiben übers Sterben» durch. Offen für alle, die sich dem Thema schreibend nähern möchten. Mehr Informationen dazu: www.ibello.ch.

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